Logo Uni Augsburg
Sprache: Deutsch Englisch Französisch Chinesisch  | Drucken | Print | Imprimer | Login

Datenbank zum deutschen und europäischen Wirtschaftsrecht

Sie sind hier: Home Navigationspfeil Glossar
CELOS

Basel II

Begriffsbestimmung:

Die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht Ende Juni 2004 verabschiedete neue Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) soll die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Finanzsystems stärken, die Wettbewerbsgleichheit verbessern und die Risiken besser erfassen. Die bis Ende 2006 einschlägige Eigenkapitalvereinbarung von 1988 (Basel I) konzentrierte sich allein auf das Mindestkapital für Banken als die entscheidende Größe für die Begrenzung der Risiken und damit der Verluste im Falle der Insolvenz eines Institutes. Basel I beinhaltete Eigenkapitalanforderungen, die ausschließlich Kredit- und Marktrisiken einbezogen und bei der Berechnung der Kapitalanforderungen für Kreditrisiken eine wenig differenzierte Berechnungsmethode zu Grunde legten. Seit der Umsetzung der auf Basel I basierenden EU-Richtlinien haben sich die Bankprodukte, aber auch die Bankenlandschaft selber so stark verändert, dass die bestehenden Eigenkapitalvorschriften für Banken das Risiko nicht mehr korrekt widerspiegeln. Daher hat der Basler Ausschuss neue Standards entwickelt, um das Risiko einer Bank genauer einzuschätzen. Basel II sieht vor, insbesondere bei Unternehmen vor jeder Kreditentscheidung eines Kreditgebers eine individuelle Einschätzung der Bonität auf Basis von Ranking-Systemen vorzunehmen. Im Februar 2006 wurde der Gesetzesentwurf zur Umsetzung von Basel II in deutsches Recht mit Wirkung zum 1. Januar 2007 in Deutschland verabschiedet.

Die im September 2010 als Basel III bezeichneten Empfehlungen sind ergänzende Empfehlungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel zu den im Jahr 2004 beschlossenen Eigenkapitalanforderungen (Basel II) für Banken.

Inhalte von Basel II:

Ziel von Basel II ist die Sicherung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung von Banken und die Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen sowohl für die Kreditvergabe als auch für den Kredithandel. Um dies zu erreichen, gliedert sich die Baseler Rahmenvereinbarung in drei Säulen, wobei die Säulen zwei und drei im Vergleich zu Basel I neu hinzugekommen sind:

1. Säule: Mindestkapitalanforderungen

Die Mindestkapitalanforderungen beinhalten eine Eigenkapitalunterlegung für Kreditrisiken, Marktrisiken und operationelle Risiken. Zur Bestimmung der Eigenkapitalanforderungen stehen für diese drei Risikobereiche im Rahmen eines evolutionären Ansatzes verschiedene Risikomessverfahren zur Wahl: einfache, standardisierte Ansätze sowie fortgeschrittenere, risikosensitivere und auf bankeigenen Verfahren beruhende Ansätze. Die fortgeschritteneren und präziseren Verfahren der Risikomessung können zu Erleichterungen bei den Kapitalanforderungen führen. Die Säule 1 gibt einen flexiblen Rahmen vor, innerhalb dessen eine Bank, unter Vorbehalt der aufsichtlichen Überprüfung, einen Ansatz verwenden kann, der ihrer Komplexität und ihrem Risikoprofil am besten entspricht. Die Ansätze zur Berechnung des zu unterlegenden Kapitals für Marktrisiken, um die Basel I 1996 erweitert wurde, sind in die Baseler Rahmenvereinbarung übernommen worden.

2. Säule: Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess

Der aufsichtliche Überprüfungsprozess (Supervisory Review Process (SRP)) ergänzt die quantitativen Mindestkapitalanforderungen der Säule 1 um ein qualitatives Element. Im Rahmen des SRP geht es entscheidend darum, das Gesamtrisiko eines Instituts und die wesentlichen Einflussfaktoren auf dessen Risikosituation zu identifizieren und bankenaufsichtlich zu würdigen. Nur so kann beurteilt werden, ob das Risiko richtig bewertet wird, Risikovorsorgen gebildet werden und das Eigenkapital dem Risikoprofil der Bank entspricht.

3. Säule: Erweiterte Offenlegung und Marktdisziplin

Marktdisziplin, d.h. Erweiterung der Offenlegungspflichten der Institute, um die disziplinierenden Kräfte der Märkte komplementär zu den regulatorischen Anforderungen zu nutzen. Durch verstärkte Offenlegung, z.B. im Jahresabschluss, in Quartalsberichten oder in Lageberichten, sollen die Marktteilnehmer einen besseren Einblick in das Risikoprofil einer Bank und die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung erhalten. Die angestrebte Disziplinierung soll z.B. aus zu befürchtenden Kursreaktionen der eigenen Aktie folgen.

Quellen:

h​t​t​p​:​/​/​w​w​w​.​b​u​n​d​e​s​f​i​n​a​n​z​m​i​n​i​s​t​e​r​i​u​m​.​d​e​/​W​e​b​/​D​E​/​S​e​r​v​i​c​e​/​G​l​o​s​s​a​r​/​F​u​n​c​t​i​o​n​s​/​g​l​o​s​s​a​r​.​h​t​m​l​?​l​v​2​=​8​4​6​1​8​&​l​v​3​=​1​7​5​8​7​6

h​t​t​p​:​/​/​w​w​w​.​b​a​f​i​n​.​d​e​/​D​E​/​A​u​f​s​i​c​h​t​/​B​a​n​k​e​n​F​i​n​a​n​z​d​i​e​n​s​t​l​e​i​s​t​e​r​/​b​a​n​k​e​n​f​i​n​a​n​z​d​i​e​n​s​t​l​e​i​s​t​e​r​_​n​o​d​e​.​h​t​m​l

h​t​t​p​:​/​/​w​w​w​.​b​u​n​d​e​s​b​a​n​k​.​d​e​/​b​a​n​k​e​n​a​u​f​s​i​c​h​t​/​b​a​n​k​e​n​a​u​f​s​i​c​h​t​_​b​a​s​e​l​.​p​h​p
 







Nach oben | Top