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Datenbank zum deutschen und europäischen Wirtschaftsrecht

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  WPO

 

I. Allgemeine Informationen

Titel

Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer

Abkürzungen WPO, WiPrO, Wirtschaftsprüferordnung
Status: Bestehend
Beschluss 24.07.1961
Verkündung 29.07.1961
Inkrafttreten 01.11.1961
Beschreibung

Fortentwicklung des Berufsrechts der Wirtschaftsprüfer

1. Berufsrecht

Das Berufsrecht der Wirtschaftsprüfer und der vereidigten Buchprüfer ist im Wesentlichen in der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) geregelt. Die WPO regelt auch den Zugang zum Beruf sowie die Berufsausübung, also die Rechte und Pflichten, die mit der Ausübung des Berufs verbunden sind.

Als Voraussetzungen für die Berufsausübung sind unter anderem geregelt:

  • die Zulassung zur Prüfung und deren Voraussetzungen, die Prüfung selbst sowie Anrechnungsmöglichkeiten,
  • die Bestellung zum Wirtschaftsprüfer,
  • die Anforderungen an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften,
  • das Berufsregister,
  • die Eignungsprüfung für EU-Abschlussprüfer und die Zulassung von Drittlandsprüfern.

Zu den Rechten und Pflichten der Wirtschaftsprüfer enthält die WPO beispielweise Regelungen:

  • zu allgemeinen Berufspflichten wie Unabhängigkeit, Gewissenhaftigkeit, Verschwiegenheit und Eigenverantwortlichkeit,
  • zur Unvereinbarkeit mit bestimmten Tätigkeiten,
  • zur Notwendigkeit einer Berufshaftpflichtversicherung und
  • zur Schaffung und Dokumentation eines Qualitätssicherungssystems. 

Weitere rechtliche Vorgaben finden sich in Rechtsverordnungen wie etwa der Wirtschaftsprüferprüfungsverordnung (WiPrPrüfV) und in Satzungen der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) wie beispielsweise der Berufssatzung.

2. Berufsaufsicht

Die Berufsaufsicht über die wirtschaftsprüfenden Berufe ist seit Umsetzung der EU-Reform mit Wirkung vom 17. Juni 2016 zweigeteilt: Die Abschlussprüferaufsichtsstelle beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (APAS) hat die Berufsaufsicht über diejenigen Berufsangehörigen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse nach § 319 a Absatz 1 Satz 1  HGB durchführen. Im Übrigen erfolgt die Berufsaufsicht durch die WPK.

Die WPK wurde 1961 zur Erfüllung der beruflichen Selbstverwaltungsaufgaben gebildet. Sie ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Mitglieder sind alle Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer sowie die entsprechenden Berufsgesellschaften. Diese finanzieren die WPK über Gebühren und Beiträge.

Die WPK ist gemäß § 4 Absatz 1 Satz 1 WPO zuständig für

  • die Berufsaufsicht unbeschadet der Bereiche, in denen die APAS die Berufsaufsicht über die Berufsangehörige und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften führt (§ 66a Absatz 6 Satz 1 Nummer 2 und 3 WPO),
  • die Qualitätskontrolle,
  • den Erlass von Berufsausübungsregelungen,
  • die Prüfung und die Eignungsprüfung,
  • die Bestellung, Anerkennung und den Widerruf der Registrierung und
  • die Beaufsichtigung der kontinuierlichen Fortbildung.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie führt die Rechtsaufsicht über die Wirtschaftsprüferkammer soweit diese nicht nach § 66 a Absatz 1 Satz 1 WPO von der APAS überwacht wird (§ 66 Absatz 1 Satz 1 WPO).

3. EU-Recht

Das deutsche Berufsrecht der Wirtschaftsprüfer und der vereidigten Buchprüfer beruht teilweise auf europarechtlichen Vorgaben. Einschlägig ist hier die sogenannte  Abschlussprüferrichtlinie, die in überarbeiteter Fassung zum 16. Juni 2014 in Kraft trat, sowie die EU-Verordnung zur Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse ( (EU) Nr. 537/2014) (das sind z.B. Banken, Versicherungen und börsenorientierte Unternehmen).

Die neuen europäischen Vorgaben erforderten erhebliche Änderungen etwa in der Wirtschaftsprüferordnung, dem  Handelsgesetzbuch und anderen Vorschriften. Auch die Architektur der Abschlussprüferaufsicht hat der europäische Gesetzgeber neu justiert: Die Aufsicht über Abschlussprüfer von Unternehmen von öffentlichem Interesse und die Letztverantwortung für die Abschlussprüferaufsicht müssen bei "einer zuständigen Behörde" liegen, die von Nichtberufsausübenden geleitet wird.

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: h​t​t​p​s​:​/​/​w​w​w​.​b​m​w​i​.​d​e​/​R​e​d​a​k​t​i​o​n​/​D​E​/​A​r​t​i​k​e​l​/​M​i​t​t​e​l​s​t​a​n​d​/​f​o​r​t​e​n​t​w​i​c​k​l​u​n​g​-​d​e​s​-​b​e​r​u​f​s​r​e​c​h​t​s​-​d​e​r​-​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​s​p​r​u​e​f​e​r​.​h​t​m​l​; Inhalt gekürzt)

 

II. Deutsches Recht

 

1. Textfassungen

30.10.2017 (B)
08.11.2017 (V)

Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer in der Fassung vom 30.10.2017
geändert durch   Gesetz zur Neuregelung des Schutzes von Geheimnissen bei der Mitwirkung Dritter an der Berufsausübung schweigepflichtiger Personen

Deutsch
(B) Beschluss | (V) Verkündung
Ältere Textfassungen

 

III. Europäische Grundlagen

  2015/849/EU
    20.05.2015 (D)
    05.06.2015 (V)

Richtlinie (EU) 2015/849 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2015 zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung, zur Änderung der Verordnung  (EU) Nr. 648/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie  2005/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und der Richtlinie  2006/70/EG der Kommission

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  (EU) Nr. 537/2014
    16.04.2014 (D)
    27.05.2014 (V)

Verordnung  (EU) Nr. 537/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse und zur Aufhebung des Beschlusses 2005/909/EG der Kommission

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  2014/56/EU
    16.04.2014 (D)
    27.05.2014 (V)

Richtlinie  2014/56/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 zur Änderung der Richtlinie  2006/43/EG über Abschlussprüfungen von Jahresabschlüssen und konsolidierten Abschlüssen

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  2006/46/EG
    14.06.2006 (D)
    16.08.2006 (V)

Richtlinie  2006/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Juni 2006 zur Änderung der Richtlinien des Rates  78/660/EWG über den Jahresabschluss von Gesellschaften bestimmter Rechtsformen,  83/349/EWG über den konsolidierten Abschluss,  86/635/EWG über den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss von Banken und anderen Finanzinstituten und 91/674/EWG über den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss von Versicherungsunternehmen

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  2006/43/EG
    17.05.2006 (D)
    09.06.2006 (V)
Abschlussprüferrichtlinie ( Details) Deutsch
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(D) Datum | (V) Verkündung






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